{"id":2956,"date":"2025-05-28T15:43:05","date_gmt":"2025-05-28T13:43:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/?p=2956"},"modified":"2025-05-28T15:43:05","modified_gmt":"2025-05-28T13:43:05","slug":"gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/","title":{"rendered":"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor&#8220; \u2013 dieser alte r\u00f6mische Grundsatz hat \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Au\u00dfenpolitik vieler Staaten gepr\u00e4gt. Doch hinter manchen kriegerischen Auseinandersetzungen und au\u00dfenpolitischen Aggressionen verbirgt sich ein weitaus zynischeres Kalk\u00fcl: Die bewusste Ablenkung von innenpolitischen Missst\u00e4nden und Krisen durch die Schaffung eines \u00e4u\u00dferen Feindes. Die These, dass Regierungen, die innenpolitisch versagen, dazu neigen, au\u00dfenpolitisch zu agieren und Kriege anzuzetteln, ist ein wiederkehrendes Muster in der Weltgeschichte, das einer tieferen Betrachtung bedarf.<!--more--><\/p>\n<p>Diese Strategie folgt einer einfachen, aber wirkungsvollen psychologischen Logik: Ein \u00e4u\u00dferer Feind schwei\u00dft zusammen, schafft ein Gef\u00fchl nationaler Einheit und lenkt die Aufmerksamkeit der Bev\u00f6lkerung von internen Problemen ab. In Krisenzeiten steigt oft die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Regierung \u2013 ein Ph\u00e4nomen, das in der Politikwissenschaft als \u201eRally-around-the-flag&#8220;-Effekt bekannt ist. W\u00e4hrend die B\u00fcrger in Friedenszeiten ihre Regierung an wirtschaftlichen und sozialen Erfolgen messen, treten diese Kriterien in Zeiten \u00e4u\u00dferer Bedrohung in den Hintergrund. Pl\u00f6tzlich wird nationale Sicherheit zum vorrangigen Anliegen, und Kritik an der Regierung gilt schnell als unpatriotisch oder gar verr\u00e4terisch.<\/p>\n<p>Die Geschichte bietet zahlreiche Beispiele f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen \u2013 von den Machtk\u00e4mpfen der sp\u00e4ten r\u00f6mischen Republik \u00fcber die imperialistischen Bestrebungen europ\u00e4ischer M\u00e4chte im 19. Jahrhundert bis hin zu modernen Konflikten wie dem Falklandkrieg oder den postsowjetischen Auseinandersetzungen. In all diesen F\u00e4llen l\u00e4sst sich ein Zusammenhang zwischen innenpolitischen Krisen und au\u00dfenpolitischer Aggression erkennen, wenngleich die Motivation f\u00fcr kriegerische Handlungen selten monokausal ist und oft komplexeren geopolitischen, wirtschaftlichen und historischen Faktoren unterliegt.<\/p>\n<p>Dieser Essay untersucht die These, dass innenpolitisches Versagen zu au\u00dfenpolitischer Aggression f\u00fchrt, anhand ausgew\u00e4hlter historischer Beispiele aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Dabei sollen sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede in den Motiven und Strategien der handelnden Akteure herausgearbeitet werden. Zugleich wird eine kritische Perspektive eingenommen, die hinterfragt, inwieweit au\u00dfenpolitische Aggressionen tats\u00e4chlich bewusste Ablenkungsman\u00f6ver darstellen oder ob sie nicht vielmehr komplexen Wechselwirkungen zwischen innerer und \u00e4u\u00dferer Politik entspringen.<\/p>\n<p>Die Relevanz dieser Untersuchung reicht weit \u00fcber das akademische Interesse hinaus. In einer Zeit, in der populistische Bewegungen weltweit erstarken und internationale Spannungen zunehmen, ist das Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge zwischen innenpolitischer Instabilit\u00e4t und au\u00dfenpolitischer Aggression von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die Wahrung des Friedens und die F\u00f6rderung demokratischer Werte. Nur wer die Mechanismen erkennt, durch die innenpolitische Krisen in au\u00dfenpolitische Konflikte umschlagen k\u00f6nnen, ist in der Lage, diesen gef\u00e4hrlichen Dynamiken entgegenzuwirken.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die sp\u00e4te R\u00f6mische Republik: Innere Konflikte und \u00e4u\u00dfere Expansion<\/h3>\n<p>Die sp\u00e4te R\u00f6mische Republik des 2. und 1. Jahrhunderts v. Chr. bietet ein klassisches Beispiel f\u00fcr den Zusammenhang zwischen innenpolitischer Krise und au\u00dfenpolitischer Aggression. W\u00e4hrend Rom nach au\u00dfen hin eine beispiellose Expansion erlebte und zur dominierenden Macht im Mittelmeerraum aufstieg, erodierte die republikanische Ordnung im Inneren allm\u00e4hlich.<\/p>\n<p>Die innenpolitische Krise Roms hatte ihre Wurzeln in tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten. Die R\u00f6mer pflegten einen Teil des im Krieg eroberten Landes in Staatsbesitz zu \u00fcberf\u00fchren und bed\u00fcrftigen B\u00fcrgern zur Nutzung zu \u00fcberlassen. Um Aneignung gro\u00dfer Agrarfl\u00e4chen in den H\u00e4nden einiger weniger zu vermeiden, war der Landbesitz offiziell auf 500 Iugera beschr\u00e4nkt worden. Dieses Gesetz konnte jedoch nicht durchgesetzt werden. Wohlhabende B\u00fcrger legten sich riesige Landg\u00fcter zu, w\u00e4hrend gleichzeitig immer mehr Sklaven infolge der siegreichen Kriege ins Land str\u00f6mten. Die Kleinbauern und Handwerker aus der Schicht der Plebejer konnten mit dem durch die zahlreichen Kriege stetig anwachsenden Sklavenheer nicht konkurrieren.<\/p>\n<p>Diese soziale Krise f\u00fchrte zu politischen Spannungen zwischen den Popularen, die die Interessen der einfachen Bev\u00f6lkerung vertraten, und den Optimaten, der konservativen Adelspartei. Die Reformversuche der Gracchen, die eine gerechtere Landverteilung anstrebten, scheiterten am Widerstand der konservativen Kr\u00e4fte und endeten in politischer Gewalt. Tiberius Gracchus wurde ermordet, sein Bruder Gaius sah keinen Ausweg und nahm sich das Leben. Stra\u00dfenk\u00e4mpfe und politische Morde wurden zum Alltag in Rom.<\/p>\n<p>In dieser Zeit innerer Zerr\u00fcttung intensivierte Rom paradoxerweise seine au\u00dfenpolitischen Aktivit\u00e4ten. Nach der &#8222;Vesper von Ephesos&#8220;, der Ermordung Zehntausender r\u00f6mischer Siedler in Kleinasien, zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos. Diese und andere milit\u00e4rische Unternehmungen dienten nicht nur der Verteidigung r\u00f6mischer Interessen, sondern auch der Ablenkung von den inneren Konflikten. Erfolgreiche Feldherren wie Marius, Sulla, Pompeius und schlie\u00dflich Caesar nutzten ihre milit\u00e4rischen Erfolge, um ihre politische Position in Rom zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrgerkriege, die schlie\u00dflich zum Untergang der Republik f\u00fchrten, waren letztlich das Ergebnis dieser Wechselwirkung zwischen innerer Krise und \u00e4u\u00dferer Expansion. Die milit\u00e4rischen Erfolge einzelner Feldherren versch\u00e4rften die Machtk\u00e4mpfe in Rom, w\u00e4hrend die innenpolitischen Konflikte wiederum zu verst\u00e4rkten milit\u00e4rischen Aktivit\u00e4ten f\u00fchrten. Dieses Beispiel zeigt eindr\u00fccklich, wie au\u00dfenpolitische Aggression nicht nur der Ablenkung von inneren Problemen dienen kann, sondern wie sich innere und \u00e4u\u00dfere Konflikte gegenseitig verst\u00e4rken k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Bismarcks Au\u00dfenpolitik und deutscher Imperialismus: Einigung durch \u00e4u\u00dfere Erfolge<\/h3>\n<p>Die Au\u00dfenpolitik Otto von Bismarcks und der deutsche Imperialismus des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts bieten ein komplexeres Beispiel f\u00fcr den Zusammenhang zwischen Innenpolitik und au\u00dfenpolitischer Aktivit\u00e4t. Anders als bei der r\u00f6mischen Republik oder der argentinischen Milit\u00e4rjunta ging es hier nicht prim\u00e4r um die Ablenkung von akutem innenpolitischem Versagen, sondern um die Festigung eines neu gegr\u00fcndeten Staates durch au\u00dfenpolitische Erfolge.<\/p>\n<p>Nach der Gr\u00fcndung des Deutschen Reiches 1871 stand Bismarck vor der Herausforderung, die verschiedenen deutschen Staaten, die nun zu einem Reich vereinigt waren, auch innerlich zusammenzuf\u00fchren. Die au\u00dfenpolitischen Erfolge, die zur Reichsgr\u00fcndung gef\u00fchrt hatten \u2013 insbesondere der Sieg \u00fcber Frankreich im Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg \u2013 hatten bereits eine einende Wirkung entfaltet. Bismarck setzte diese Strategie fort, indem er eine aktive Au\u00dfenpolitik betrieb, die das Ansehen des neuen Reiches st\u00e4rken und innere Konflikte \u00fcberbr\u00fccken sollte.<\/p>\n<p>Ein zentrales Element dieser Politik war das komplexe B\u00fcndnissystem, das Bismarck in den 1870er und 1880er Jahren aufbaute. Der Dreikaiserbund mit \u00d6sterreich-Ungarn und Russland, sp\u00e4ter der Dreibund mit \u00d6sterreich-Ungarn und Italien, sowie der R\u00fcckversicherungsvertrag mit Russland dienten dazu, Deutschland au\u00dfenpolitisch abzusichern und seine Position als europ\u00e4ische Gro\u00dfmacht zu festigen. Diese diplomatischen Erfolge st\u00e4rkten das Prestige des Reiches nach innen und au\u00dfen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig nutzte Bismarck au\u00dfenpolitische Bedrohungen \u2013 insbesondere die angebliche &#8222;Einkreisung&#8220; Deutschlands durch feindliche M\u00e4chte \u2013 um innenpolitische Gegner zu diskreditieren und nationale Einheit zu beschw\u00f6ren. Der Sozialimperialismus, also die Ablenkung von innenpolitischen Missst\u00e4nden durch au\u00dfenpolitische Aktionen, wurde zu einem wichtigen Element der deutschen Politik, besonders nach Bismarcks Entlassung 1890.<\/p>\n<p>Die deutsche Kolonialpolitik, die unter Bismarck zun\u00e4chst z\u00f6gerlich, nach seinem Abgang dann immer aggressiver betrieben wurde, diente ebenfalls nicht nur wirtschaftlichen Interessen, sondern auch der innenpolitischen Stabilisierung. Die Kolonien in Afrika und im Pazifik sollten das nationale Prestige steigern und von inneren Problemen wie der &#8222;Sozialen Frage&#8220; ablenken. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler hat diesen Zusammenhang zwischen innenpolitischen Spannungen und imperialistischer Expansion als &#8222;Sozialimperialismus&#8220; beschrieben.<\/p>\n<p>Das Beispiel des deutschen Imperialismus zeigt, dass au\u00dfenpolitische Aktivit\u00e4t nicht nur der Ablenkung von akutem Versagen dienen kann, sondern auch der langfristigen Stabilisierung eines politischen Systems. Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Strategie ihre eigene Dynamik entwickeln kann: Die aggressive Au\u00dfenpolitik des Deutschen Reiches nach Bismarcks Entlassung trug wesentlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei \u2013 ein Krieg, der schlie\u00dflich zum Untergang des Kaiserreichs f\u00fchrte.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Der Falklandkrieg: Eine Milit\u00e4rjunta in der Krise<\/h3>\n<p>Ein besonders pr\u00e4gnantes modernes Beispiel f\u00fcr den Zusammenhang zwischen innenpolitischem Versagen und au\u00dfenpolitischer Aggression bietet der Falklandkrieg von 1982. In Argentinien herrschte zu dieser Zeit eine Milit\u00e4rjunta unter General Leopoldo Galtieri, die das Land seit 1976 mit eiserner Hand regierte.<\/p>\n<p>Anfang der 1980er Jahre befand sich Argentinien in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Inflation erreichte astronomische H\u00f6hen, die Reall\u00f6hne sanken drastisch, und die Auslandsverschuldung wuchs bedrohlich an. Die wirtschaftliche Misere f\u00fchrte zu wachsendem Unmut in der Bev\u00f6lkerung. Immer mehr Argentinier gingen auf die Stra\u00dfe, um gegen die Milit\u00e4rdiktatur zu protestieren. Am 30. M\u00e4rz 1982 kam es in Buenos Aires zu einer Gro\u00dfdemonstration, bei der Tausende Menschen gegen die Junta demonstrierten und von Sicherheitskr\u00e4ften gewaltsam auseinandergetrieben wurden.<\/p>\n<p>Nur drei Tage sp\u00e4ter, am 2. April 1982, besetzte Argentinien die britischen Falklandinseln, die von Argentinien als Malvinas beansprucht wurden. Die Besetzung der Inseln war ein kalkuliertes Ablenkungsman\u00f6ver der Milit\u00e4rjunta. Die Gener\u00e4le hofften, durch diesen au\u00dfenpolitischen Erfolg die innenpolitische Unterst\u00fctzung zur\u00fcckzugewinnen und die Opposition zum Schweigen zu bringen. Tats\u00e4chlich f\u00fchrte die Besetzung der Inseln zun\u00e4chst zu einer Welle patriotischer Begeisterung in Argentinien. Die Junta konnte kurzfristig von ihren innenpolitischen Problemen ablenken und ihre Popularit\u00e4t steigern.<\/p>\n<p>Die britische Premierministerin Margaret Thatcher reagierte jedoch entschlossen auf die argentinische Aggression. Gro\u00dfbritannien entsandte eine Flotte in den S\u00fcdatlantik und begann am 1. Mai mit milit\u00e4rischen Operationen zur R\u00fcckeroberung der Inseln. Nach heftigen K\u00e4mpfen kapitulierten die argentinischen Streitkr\u00e4fte am 14. Juni 1982. Der Krieg endete mit einer dem\u00fctigenden Niederlage f\u00fcr Argentinien.<\/p>\n<p>Die Niederlage im Falklandkrieg hatte weitreichende Folgen f\u00fcr die argentinische Innenpolitik. Die Milit\u00e4rjunta, die gehofft hatte, durch den Krieg ihre Macht zu festigen, wurde durch die Niederlage vollends diskreditiert. General Galtieri trat zur\u00fcck, und die Junta begann zu zerfallen. Im Oktober 1983 fanden freie Wahlen statt, und Argentinien kehrte zur Demokratie zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Falklandkrieg ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, wie eine autorit\u00e4re Regierung versucht, durch au\u00dfenpolitische Aggression von innenpolitischen Problemen abzulenken \u2013 und wie diese Strategie nach hinten losgehen kann. Die kurzfristigen Vorteile einer patriotischen Mobilisierung wurden durch die langfristigen Folgen der milit\u00e4rischen Niederlage mehr als aufgewogen. Der Fall zeigt auch, dass die Ablenkungsstrategie besonders f\u00fcr autorit\u00e4re Regime attraktiv ist, die nicht \u00fcber demokratische Legitimit\u00e4t verf\u00fcgen und daher anf\u00e4lliger f\u00fcr innenpolitische Krisen sind.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Russlands Politik im &#8222;Nahen Ausland&#8220;: Imperiale Nostalgie als Ablenkung<\/h3>\n<p>Ein aktuelleres Beispiel f\u00fcr den Zusammenhang zwischen innenpolitischen Herausforderungen und au\u00dfenpolitischer Aggression bietet Russlands Politik gegen\u00fcber seinen Nachbarstaaten im postsowjetischen Raum. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 sah sich Russland mit enormen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Problemen konfrontiert. Der \u00dcbergang zur Marktwirtschaft f\u00fchrte zu einer tiefen Wirtschaftskrise, die Lebensstandard vieler Russen sank drastisch, und die neue demokratische Ordnung war fragil.<\/p>\n<p>In dieser Situation entwickelte Russland eine zunehmend assertive Politik gegen\u00fcber dem &#8222;Nahen Ausland&#8220;, den ehemaligen Sowjetrepubliken. Besonders unter Pr\u00e4sident Wladimir Putin, der seit 2000 (mit einer kurzen Unterbrechung) an der Macht ist, wurde diese Politik zu einem zentralen Element der russischen Au\u00dfenpolitik. Russland nutzt dabei unter anderem die ethno-nationalen Spannungen in ungel\u00f6sten Konflikten, um seine Nachbarn zu destabilisieren und seinen Einfluss zu sichern.<\/p>\n<p>Ein Wendepunkt in dieser Politik war der F\u00fcnf-Tage-Krieg mit Georgien im August 2008. Nach diesem kurzen, aber intensiven Konflikt erkannte Moskau die abtr\u00fcnnigen georgischen Regionen S\u00fcdossetien und Abchasien als unabh\u00e4ngige Staaten an und band sie politisch und milit\u00e4risch eng an Russland. Diese Politik der aktiven Abspaltungsf\u00f6rderung setzte sich in der Ukraine fort, wo Russland nach der Maidan-Revolution 2014 die Krim annektierte und separatistische Bewegungen in der Ostukraine unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>Die aggressive Au\u00dfenpolitik Russlands im &#8222;Nahen Ausland&#8220; dient mehreren Zielen, darunter auch der Ablenkung von innenpolitischen Problemen. Die Annexion der Krim etwa f\u00fchrte zu einem deutlichen Anstieg der Popularit\u00e4tswerte Putins, trotz der wirtschaftlichen Probleme Russlands, die durch westliche Sanktionen noch versch\u00e4rft wurden. Die R\u00fcckkehr zu einer imperialen Machtpolitik gegen\u00fcber der Nachbarschaft spricht nationalistische Gef\u00fchle an und kompensiert den Statusverlust, den viele Russen nach dem Ende der Sowjetunion empfinden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigt das russische Beispiel die Grenzen der Ablenkungsstrategie. Die anf\u00e4ngliche Begeisterung \u00fcber au\u00dfenpolitische &#8222;Erfolge&#8220; wie die Krim-Annexion weicht mit der Zeit der Ern\u00fcchterung, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Probleme fortbestehen oder sich sogar versch\u00e4rfen. Die au\u00dfenpolitische Aggression kann innenpolitische Probleme \u00fcberdecken, aber nicht l\u00f6sen \u2013 im Gegenteil, sie kann durch internationale Isolation und Sanktionen zu einer weiteren Belastung f\u00fcr die Wirtschaft und Gesellschaft werden.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Theoretische Einordnung und kritische Perspektiven<\/h3>\n<p>Die vorgestellten Beispiele illustrieren verschiedene Facetten des Zusammenhangs zwischen innenpolitischem Versagen und au\u00dfenpolitischer Aggression. Sie zeigen, dass dieser Zusammenhang ein wiederkehrendes Muster in der Geschichte darstellt, das sich \u00fcber verschiedene Epochen, politische Systeme und kulturelle Kontexte erstreckt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Motivation f\u00fcr au\u00dfenpolitische Aggression oft komplex ist und nicht auf eine einfache Ablenkungsstrategie reduziert werden kann.<\/p>\n<p>In der Politikwissenschaft wird dieser Zusammenhang unter dem Begriff der &#8222;Diversionary War Theory&#8220; (Ablenkungskriegstheorie) diskutiert. Diese Theorie postuliert, dass Regierungen in Zeiten innenpolitischer Krisen dazu neigen, au\u00dfenpolitische Konflikte zu suchen oder zu eskalieren, um von inneren Problemen abzulenken und ihre Popularit\u00e4t zu steigern. Der &#8222;Rally-around-the-flag&#8220;-Effekt, also die verst\u00e4rkte Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Regierung in Zeiten \u00e4u\u00dferer Bedrohung, spielt dabei eine zentrale Rolle.<\/p>\n<p>Empirische Studien haben gezeigt, dass dieser Effekt tats\u00e4chlich existiert, aber in seiner St\u00e4rke und Dauer variiert. Demokratien scheinen weniger anf\u00e4llig f\u00fcr die Versuchung zu sein, durch au\u00dfenpolitische Abenteuer von innenpolitischen Problemen abzulenken, als autorit\u00e4re Regime. Dies liegt zum einen daran, dass demokratische Regierungen \u00fcber andere Mechanismen verf\u00fcgen, um mit innenpolitischen Krisen umzugehen, zum anderen daran, dass sie f\u00fcr die Folgen gescheiterter au\u00dfenpolitischer Abenteuer st\u00e4rker zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kritiker der Ablenkungskriegstheorie weisen darauf hin, dass au\u00dfenpolitische Entscheidungen selten monokausal erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Auch in den vorgestellten Beispielen spielten neben der Ablenkung von innenpolitischen Problemen stets auch andere Faktoren eine Rolle: geopolitische Interessen, wirtschaftliche Motive, historische Anspr\u00fcche oder ideologische \u00dcberzeugungen. Die Ablenkungsfunktion kann ein Motiv unter vielen sein, muss aber nicht immer das dominierende sein.<\/p>\n<p>Zudem ist zu beachten, dass der Zusammenhang zwischen innenpolitischer Krise und au\u00dfenpolitischer Aggression nicht immer bewusst und kalkuliert sein muss. Regierungen, die unter innenpolitischem Druck stehen, k\u00f6nnen auch unbewusst zu riskanteren au\u00dfenpolitischen Entscheidungen neigen, weil sie ihre Handlungsspielr\u00e4ume \u00fcbersch\u00e4tzen oder die Risiken untersch\u00e4tzen. Die psychologische Forschung hat gezeigt, dass Entscheidungstr\u00e4ger in Stresssituationen oft zu vereinfachten Denkmustern und \u00fcberhasteten Entscheidungen neigen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die Wechselwirkung zwischen Innen- und Au\u00dfenpolitik keine Einbahnstra\u00dfe ist. Nicht nur kann innenpolitisches Versagen zu au\u00dfenpolitischer Aggression f\u00fchren, auch umgekehrt k\u00f6nnen au\u00dfenpolitische Konflikte innenpolitische Krisen ausl\u00f6sen oder versch\u00e4rfen. Der Falklandkrieg etwa f\u00fchrte zum Sturz der argentinischen Milit\u00e4rjunta, w\u00e4hrend der Erste Weltkrieg den Untergang mehrerer europ\u00e4ischer Monarchien beschleunigte. Diese komplexen Wechselwirkungen machen es schwierig, einfache Kausalit\u00e4ten zu etablieren.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die zeitlose Dynamik zwischen innenpolitischem Versagen und au\u00dfenpolitischer Aggression<\/h3>\n<p>Die untersuchten historischen Beispiele \u2013 von der sp\u00e4ten r\u00f6mischen Republik \u00fcber den deutschen Imperialismus und den Falklandkrieg bis hin zur russischen Politik im postsowjetischen Raum \u2013 zeigen deutlich, dass der Zusammenhang zwischen innenpolitischem Versagen und au\u00dfenpolitischer Aggression ein wiederkehrendes Muster in der Weltgeschichte darstellt. Trotz der unterschiedlichen historischen Kontexte, politischen Systeme und kulturellen Hintergr\u00fcnde lassen sich bemerkenswerte Parallelen erkennen.<\/p>\n<p>In allen betrachteten F\u00e4llen diente die au\u00dfenpolitische Aggression zumindest teilweise dazu, von innenpolitischen Problemen abzulenken und die Position der herrschenden Elite zu st\u00e4rken. Die psychologischen Mechanismen, die dieser Strategie zugrunde liegen, scheinen universell zu sein: Die Schaffung eines \u00e4u\u00dferen Feindes f\u00f6rdert den inneren Zusammenhalt, mobilisiert patriotische Gef\u00fchle und l\u00e4sst innenpolitische Konflikte vor\u00fcbergehend in den Hintergrund treten. Der &#8222;Rally-around-the-flag&#8220;-Effekt ist keine moderne Erscheinung, sondern l\u00e4sst sich bereits in der Antike beobachten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigen die Beispiele auch die Grenzen und Risiken dieser Strategie. Au\u00dfenpolitische Abenteuer k\u00f6nnen kurzfristig von innenpolitischen Problemen ablenken, l\u00f6sen diese aber nicht. Im Gegenteil: Sie k\u00f6nnen durch die Bindung von Ressourcen, internationale Isolation oder milit\u00e4rische Niederlagen die innenpolitische Situation sogar versch\u00e4rfen. Der Falklandkrieg f\u00fchrte zum Sturz der argentinischen Milit\u00e4rjunta, w\u00e4hrend die aggressive Au\u00dfenpolitik des Deutschen Reiches nach Bismarck letztlich zum Ersten Weltkrieg und zum Untergang des Kaiserreichs beitrug.<\/p>\n<p>Die Analyse verdeutlicht zudem, dass der Zusammenhang zwischen innenpolitischem Versagen und au\u00dfenpolitischer Aggression nicht deterministisch ist. Nicht jede innenpolitische Krise f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu au\u00dfenpolitischer Aggression, und nicht jede au\u00dfenpolitische Aggression ist prim\u00e4r durch innenpolitische Probleme motiviert. Die Entscheidung f\u00fcr kriegerische Au\u00dfenpolitik h\u00e4ngt von zahlreichen Faktoren ab, darunter die Pers\u00f6nlichkeit der F\u00fchrungspersonen, die institutionellen Rahmenbedingungen, die internationale Konstellation und die historischen Erfahrungen eines Landes.<\/p>\n<p>Besonders anf\u00e4llig f\u00fcr die Versuchung, durch au\u00dfenpolitische Abenteuer von innenpolitischen Problemen abzulenken, scheinen autorit\u00e4re Regime zu sein. Dies liegt zum einen daran, dass sie \u00fcber weniger legitime Mechanismen verf\u00fcgen, um mit innenpolitischen Krisen umzugehen, zum anderen daran, dass sie die Medien kontrollieren und so die \u00f6ffentliche Meinung leichter manipulieren k\u00f6nnen. Demokratien sind durch ihre institutionellen Kontrollmechanismen und die M\u00f6glichkeit des friedlichen Machtwechsels besser gegen diese Versuchung gesch\u00fctzt \u2013 wenn auch nicht immun, wie verschiedene Beispiele aus der j\u00fcngeren Geschichte zeigen.<\/p>\n<p>Die Erkenntnis, dass innenpolitisches Versagen oft zu au\u00dfenpolitischer Aggression f\u00fchrt, hat wichtige Implikationen f\u00fcr die internationale Politik und die Konfliktpr\u00e4vention. Sie legt nahe, dass die F\u00f6rderung stabiler, demokratischer und prosperierender Gesellschaften nicht nur ein Wert an sich ist, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Friedenssicherung. Internationale Organisationen und Diplomatie sollten daher nicht nur auf die unmittelbaren Symptome au\u00dfenpolitischer Aggression reagieren, sondern auch die zugrundeliegenden innenpolitischen Ursachen in den Blick nehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die B\u00fcrger und die Gesellschaft bedeutet diese Erkenntnis eine besondere Verantwortung. Sie m\u00fcssen wachsam sein gegen\u00fcber Versuchen ihrer Regierungen, durch au\u00dfenpolitische Abenteuer von innenpolitischen Problemen abzulenken. Eine kritische \u00d6ffentlichkeit, unabh\u00e4ngige Medien und eine starke Zivilgesellschaft sind wichtige Schutzfaktoren gegen diese gef\u00e4hrliche Dynamik.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der wirtschaftliche Ungleichheit zunimmt und internationale Spannungen wachsen, ist das Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge zwischen innenpolitischer Instabilit\u00e4t und au\u00dfenpolitischer Aggression von entscheidender Bedeutung. Die Geschichte lehrt uns, dass innenpolitisches Versagen oft der N\u00e4hrboden f\u00fcr au\u00dfenpolitische Abenteuer ist \u2013 eine Lektion, die wir im Interesse des Friedens und der internationalen Sicherheit nicht vergessen sollten.<\/p>\n<p>Die These \u201e<i>Wer innenpolitisch versagt, muss au\u00dfenpolitisch <\/i><i>re\u00fcssieren<\/i><i>, sprich Kriege anzetteln\u201c<\/i> erweist sich somit als eine zeitlose Einsicht in die Dynamik politischer Macht. Sie ist keine absolute Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit, aber ein wiederkehrendes Muster, das uns mahnt, innenpolitische Krisen ernst zu nehmen und ihre potentiellen au\u00dfenpolitischen Konsequenzen zu bedenken. In diesem Sinne ist das Studium historischer Beispiele nicht nur von akademischem Interesse, sondern von h\u00f6chster praktischer Relevanz f\u00fcr die Gestaltung einer friedlicheren Welt.<\/p>\n<p><b>Quellenverzeichnis<\/b><\/p>\n<p>Antike<\/p>\n<p>&#8211; Bringmann, K. (2002). Geschichte der r\u00f6mischen Republik. M\u00fcnchen: C.H. Beck.<\/p>\n<p>&#8211; Christ, K. (2000). Krise und Untergang der r\u00f6mischen Republik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.<\/p>\n<p>&#8211; Jehne, M. (2006). Die r\u00f6mische Republik: Von der Gr\u00fcndung bis Caesar. M\u00fcnchen: C.H. Beck.<\/p>\n<p>&#8211; Meier, C. (1997). Res publica amissa: Eine Studie zu Verfassung und Geschichte der sp\u00e4ten r\u00f6mischen Republik. Frankfurt am Main: Suhrkamp.<\/p>\n<p>Neuzeit und Imperialismus<\/p>\n<p>&#8211; Wehler, H.-U. (1969). Bismarck und der Imperialismus. K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch.<\/p>\n<p>&#8211; Mommsen, W. J. (1995). B\u00fcrgerstolz und Weltmachtstreben: Deutschland unter Wilhelm II. 1890-1918. Berlin: Propyl\u00e4en.<\/p>\n<p>&#8211; Hildebrand, K. (2008). Das vergangene Reich: Deutsche Au\u00dfenpolitik von Bismarck bis Hitler. M\u00fcnchen: Oldenbourg.<\/p>\n<p>Falklandkrieg<\/p>\n<p>&#8211; Hastings, M., &amp; Jenkins, S. (1983). The Battle for the Falklands. London: Michael Joseph.<\/p>\n<p>&#8211; Freedman, L. (2005). The Official History of the Falklands Campaign. London: Routledge.<\/p>\n<p>&#8211; Middlebrook, M. (2001). The Falklands War, 1982. London: Penguin.<\/p>\n<p>&#8211; Welch, D. A. (1993). Justice and the Genesis of War. Cambridge: Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Postsowjetischer Raum<\/p>\n<p>&#8211; Heller, R. (2020). Historische Ursachen und Hintergr\u00fcnde der Kriege und Konflikte im post-sowjetischen Raum. Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung.<\/p>\n<p>&#8211; Trenin, D. (2011). Post-Imperium: A Eurasian Story. Washington, D.C.: Carnegie Endowment for International Peace.<\/p>\n<p>&#8211; Sakwa, R. (2015). Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands. London: I.B. Tauris.<\/p>\n<p>Theoretische Grundlagen<\/p>\n<p>&#8211; Levy, J. S. (1989). The Diversionary Theory of War: A Critique. In M. I. Midlarsky (Ed.), Handbook of War Studies (pp. 259-288). Boston: Unwin Hyman.<\/p>\n<p>&#8211; DeRouen, K. (2000). Presidents and the Diversionary Use of Force: A Research Note. International Studies Quarterly, 44(2), 317-328.<\/p>\n<p>&#8211; Oakes, A. (2006). Diversionary War and Argentina&#8217;s Invasion of the Falkland Islands. Security Studies, 15(3), 431-463.<\/p>\n<p>&#8211; Fravel, M. T. (2010). The Limits of Diversion: Rethinking Internal and External Conflict. Security Studies, 19(2), 307-341.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor&#8220; \u2013 dieser alte r\u00f6mische Grundsatz hat \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Au\u00dfenpolitik vieler Staaten gepr\u00e4gt. Doch hinter manchen kriegerischen Auseinandersetzungen und au\u00dfenpolitischen Aggressionen verbirgt sich ein weitaus zynischeres Kalk\u00fcl: Die bewusste Ablenkung von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[444],"tags":[1823,1822,1821],"class_list":["post-2956","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gedanken-zum-tag","tag-aussenpolitik","tag-innenpolitk","tag-kriegsertuechtigung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c - Zeitgeist? Frei!<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c - Zeitgeist? Frei!\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u201eWenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor&#8220; \u2013 dieser alte r\u00f6mische Grundsatz hat \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Au\u00dfenpolitik vieler Staaten gepr\u00e4gt. Doch hinter manchen kriegerischen Auseinandersetzungen und au\u00dfenpolitischen Aggressionen verbirgt sich ein weitaus zynischeres Kalk\u00fcl: Die bewusste Ablenkung von &hellip; Weiterlesen &rarr;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Zeitgeist? Frei!\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-05-28T13:43:05+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Orator\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Orator\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"17\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"Orator\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86\"},\"headline\":\"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c\",\"datePublished\":\"2025-05-28T13:43:05+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/\"},\"wordCount\":3380,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86\"},\"keywords\":[\"Au\u00dfenpolitik\",\"Innenpolitk\",\"Kriegsert\u00fcchtigung\"],\"articleSection\":[\"Gedanken zum Tag\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/\",\"name\":\"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c - Zeitgeist? Frei!\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2025-05-28T13:43:05+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/\",\"name\":\"Zeitgeist? Frei!\",\"description\":\"Was Ihr den Geist der Zeiten hei\u00dft...\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":[\"Person\",\"Organization\"],\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86\",\"name\":\"Orator\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g\",\"url\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Orator\"},\"logo\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g\"},\"url\":\"https:\\\/\\\/www.inkultura-online.de\\\/politisch_unkorrekt\\\/author\\\/1korrektor21-2\\\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c - Zeitgeist? Frei!","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c - Zeitgeist? Frei!","og_description":"\u201eWenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor&#8220; \u2013 dieser alte r\u00f6mische Grundsatz hat \u00fcber Jahrhunderte hinweg die Au\u00dfenpolitik vieler Staaten gepr\u00e4gt. Doch hinter manchen kriegerischen Auseinandersetzungen und au\u00dfenpolitischen Aggressionen verbirgt sich ein weitaus zynischeres Kalk\u00fcl: Die bewusste Ablenkung von &hellip; Weiterlesen &rarr;","og_url":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/","og_site_name":"Zeitgeist? Frei!","article_published_time":"2025-05-28T13:43:05+00:00","author":"Orator","twitter_misc":{"Verfasst von":"Orator","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"17\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/"},"author":{"name":"Orator","@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/#\/schema\/person\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86"},"headline":"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c","datePublished":"2025-05-28T13:43:05+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/"},"wordCount":3380,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/#\/schema\/person\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86"},"keywords":["Au\u00dfenpolitik","Innenpolitk","Kriegsert\u00fcchtigung"],"articleSection":["Gedanken zum Tag"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/","url":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/","name":"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c - Zeitgeist? Frei!","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/#website"},"datePublished":"2025-05-28T13:43:05+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/gedanken-zur-deutschen-kriegsertuechtigung\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Gedanken zur deutschen \u201eKriegsert\u00fcchtigung\u201c"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/#website","url":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/","name":"Zeitgeist? Frei!","description":"Was Ihr den Geist der Zeiten hei\u00dft...","publisher":{"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/#\/schema\/person\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":["Person","Organization"],"@id":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/#\/schema\/person\/5b30b80e385478896a1de221e1994d86","name":"Orator","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g","caption":"Orator"},"logo":{"@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/96e03166d31716e9c437060430eb7605c45a8ce6fb6dab483637ca6915dd0844?s=96&d=mm&r=g"},"url":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/author\/1korrektor21-2\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2956","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2956"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2956\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2958,"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2956\/revisions\/2958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2956"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2956"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inkultura-online.de\/politisch_unkorrekt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2956"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}