Buchkritik
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Nach seinem Buch Die Holocaust-Industrie hat sich Norman G. Finkelstein wieder einmal einem äußerst brisanten Thema zugewendet. In seinem neuen Werk kritisiert er die israelische Siedlungspolitik im nahen Osten. Für Finkelstein stellt sie sich dar als ein Eroberungs- und Vertreibungskrieg gegenüber den Palästinensern. Der Staat Israel war und ist ein künstliches Gebilde, das per britischen Federstrich dekretiert wurde. Ohne Rücksicht auf die dort lebenden Araber, wurde es als israelisches Staatsgebiet deklariert. Finkelstein untersucht sehr kritisch die israelisch-zionistische Geschichte und kommt schnell zu dem Schluss, dass der Wille zur Vertreibung der eigentlichen und rechtmäßigen Bewohner des von Israel beanspruchten Gebietes einen bestimmenden Faktor in der antiliberalen Geschichte des Zionismus darstellt. Um seine Thesen zu untermauern, beschäftigt er sich mit namhaften Historikern der israelischen Geschichte. Ihnen allen gemein, so Finkelstein, ist die Verherrlichung des israelischen Mythos von den auf ein "Land ohne Volk" gestoßenen Zionisten in Palästina. Er weist schnell die Haltlosigkeit dieses Mythos nach und betont, dass es gerade das Gegenteil davon gewesen ist. Palästina war von den Arabern besiedelt und es war israelische Politik, diese zu vertreiben und auf diesem, nunmehr besetztem Gebiet, neue Fakten in Form von israelischen Siedlungen zu schaffen. Diese Form der "Völkertrennung" vergleicht Finkelstein mit der ehemals praktizierten Rassentrennung in Südafrika. Einen direkten Vorläufer dieser Politik findet der Autor ebenfalls in den von den Nationalsozialisten praktizierten Massenvertreibungen in Osteuropa während des zweiten Weltkriegs.
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Finkelstein geht hart mit den Verantwortlichen der israelischen Vertreibungspolitik ins Gericht. Er weist nach, dass der Mythos vom friedliebenden Israel und vom palästinensischen "Land ohne Volk" falsch ist und nur zu propagandistischen Zwecken aufrecht erhalten wurde und wird. Er bezieht klar Stellung für die Rechte der Palästinenser und kritisiert vehement zentrale, antiliberale Aussagen des Zionismus. Die blutigen Auswirkungen dieser Politik zeigen sich gerade heutzutage mit brutaler Schärfe. Terroranschläge von Palästinensern und die nicht minder brutalen Antworten der israelischen Armee zeigen die Sackgasse, in der beide Konfliktparteien stecken. Für Finkelstein ist nichts weniger klar, als dass die israelische Geschichte umgeschrieben werden muss und den vertriebenen Palästinensern ebenfalls ihr Heimatrecht zurückgegeben werden muss. Gerade die Terroranschläge auf das World Trade Center und die nachfolgenden Attentate von sog. "Fundamental-islamischen" Terroristen zeigen die globalen Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Es ist an der Zeit, dass sowohl die USA, als auch Europa ihre Politik gegenüber einem Israel, dessen Staatsphilosophie auf Landraub beruht, neu definieren sollten. Eine Befriedung des Nahen Ostens kann, wenn überhaupt, nur in der für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung dieses Problems bestehen. Dazu gehört auch eine neue israelische Definition seiner Politik.
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