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In der unbarmherzigen Weite der Wüste von New Mexico, wo die Sonne die Knochen der Vergessenen bleicht, beginnt ein Rätsel, das die Grenzen zwischen Wissenschaft, Mythos und Verbrechen verschwimmen lässt. Der Fund eines Skeletts, das einer Frau gehört, die sich in einem letzten, verzweifelten Akt der Selbstentblößung der sengenden Hitze ergeben hat, ruft FBI-Agentin Corrie Swanson auf den Plan. Zwischen den Überresten entdeckt sie eine alte Speerspitze und zwei seltene, grünlich schimmernde Kieselsteine, Artefakte, die das Interesse der Archäologin Nora Kelly wecken und den Auftakt zu einem atemberaubenden Abenteuer bilden.
Nora identifiziert die Steine als „Blitzsteine“, höchst ungewöhnliche Artefakte aus dem Mineral Prasiolith, die bei Reibung ein blendendes grünes Licht erzeugen und der Erzählung eine faszinierende mystische Dimension verleihen. Die Leiche wird als die vor fünf Jahren verschwundene Naturwissenschaftslehrerin Molly Vine identifiziert. Doch kaum ist dieses Rätsel gelöst, erschüttert der Fund einer zweiten Leiche die Ermittlungen. Auch Mandy Driver, eine Archäologin, die im Zusammenhang mit Fracking-Untersuchungen arbeitete, hielt einen solchen Blitzstein in der Hand. Die unheilvolle Verbindung zwischen den beiden Frauen führt Corrie und Nora zu Professor Carlos Oskarbi, dessen Faszination für die Gallinas, ein im 13. Jahrhundert dezimiertes indigenes Volk, die Ermittlungen in die Tiefen der amerikanischen Geschichte führt.
Mit „Fluch der Wüste“, dem fünften Band ihrer packenden Reihe, beweisen Douglas Preston und Lincoln Child einmal mehr ihre Meisterschaft im Genre des archäologischen Thrillers. Sie verweben mit erzählerischer Raffinesse historische Fakten, indigene Mythen und moderne Kriminalistik zu einem fesselnden Ganzen. Das meisterhaft gestaltete Erzähltempo und die lebendigen Beschreibungen der rauen Landschaft New Mexicos erzeugen eine fast greifbare Atmosphäre, die den Leser unweigerlich in ihren Bann zieht. Auch wenn einige Elemente der Geschichte eine gewisse Bereitschaft zur Akzeptanz des Fantastischen erfordern, so ist es doch gerade diese Mischung aus Wissenschaft und Aberglaube, die den besonderen Reiz des Romans ausmacht.
Im Zentrum der Erzählung steht erneut die dynamische Partnerschaft zweier starker, unabhängiger Frauen, die sich von gängigen Klischees emanzipieren. Nora Kelly, die findige Archäologin, und Corrie Swanson, die engagierte FBI-Agentin, bilden ein beeindruckendes Duo, dessen intellektuelle Brillanz und unerschütterliche Entschlossenheit die treibende Kraft der Handlung sind. Ergänzt wird dieses Gespann durch ein Ensemble gut gezeichneter Nebenfiguren, die der Geschichte zusätzliche Tiefe und Komplexität verleihen.
„Fluch der Wüste“ ist ein außergewöhnlicher, actiongeladener Thriller, der seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Atem hält. Eine intelligente und fesselnde Geschichte, die beweist, dass das größte Abenteuer oft nicht in der Zukunft, sondern in der tief vergrabenen Vergangenheit liegt.
Meine Bewertung:
Veröffentlicht am 13. Januar 2026