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Buchkritik -- Anna-Lou Weatherley -- Die Frau des Fremden

Umschlagfoto, Buchkritik, Anna-Lou Weatherley, Die Frau des Fremden, InKulturA „Die Frau des Fremden“ von Anna-Lou Weatherley ist das dritte Buch der Detective Dan Riley-Reihe. Wie bei den beiden Vorgängern nimmt Weatherley einen Polizeikrimi und verwandelt ihn in einen Psychothriller, in dem es nicht nur um die Polizeiarbeit geht, sondern sich dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ widmet. Und so steht diesmal nicht Dan Riley im Mittelpunkt, sondern hier teilt er sich die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser mit Beth Lawler und Catherine „Cath“ Patterson.

Beth und Cath sind zwei sehr unterschiedliche Frauen und haben doch eines gemeinsam. Sie führen beide Beziehungen, aus denen sie gerne herauskommen würden. Beth ist die Frau eines sehr reichen und einflussreichen Mannes, aber in ihrer Ehe herrscht keine Liebe, und Beth hat schließlich genug und möchte gehen. Cath ist seit ihrer Teenagerzeit mit ihrem Freund zusammen, aber er ist extrem gewalttätig und sie hat zu viel Angst, ihn zu verlassen. Was dann in dem Zug von London nach Bristol um 15:15 Uhr passiert, wird das Leben beider Frauen verändern. Alfred Hitchcock lässt grüßen...

Beth und Cath sind komplexe Charaktere, die zwar völlig unterschiedliche Hintergründe haben, aber dennoch viele Gemeinsamkeiten besitzen, wie Verletzlichkeit, eine lieblose Beziehung, Verzweiflung und Traurigkeit. Weatherley lässt dem Lesepublikum ihre Gefühle für diese beiden Frauen spüren und fordert es geradezu dazu auf, die beiden zu beschützen.

Im Endeffekt sind sowohl Beth als auch Cath stärker, als sie es selber für möglich gehalten hätten.

Dan Riley durchlebt derweil seine eigenen persönlichen Turbulenzen und geht nach dem Tod seiner Frau eine neue Beziehung ein und wird Vater. Er ist wie immer großartig in seinem Job und glaubt an Gerechtigkeit, egal aus welchen Gründen die Verbrechen begangen wurden.

„Die Frau des Fremden“ ist emotional packend und vielschichtig und Riley findet trotz der Warnung seines Chefs einen Weg, böse Männer bloßzustellen.

Ist der Roman ein Krimi von einer Frau für Frauen? Na klar, aber auch männliche Leser werden begeistert sein.




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Veröffentlicht am 29. Juni 2024