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Buchkritik -- Michael Kreisel -- weiter und weiter

Umschlagfoto, Buchkritik, Michael Kreisel, weiter und weiter, InKulturA In „weiter und weiter“ präsentiert sich eine Sammlung von Haikugedichten, die bewusst die traditionellen Grenzen dieser Gattung überschreiten. Sie ist ein inspirierendes Zeugnis für die kreative Weiterentwicklung einer der ältesten poetischen Formen der Welt.

Die hier präsentierten Haikus behalten zwar ihre strenge 5-7-5 Silbenstruktur, verzichten jedoch auf die Betonung von Naturbeobachtungen und überraschen mit mutigen Abweichungen. Der Autor dieses Bandes wagt es, die konventionelle Form aufzubrechen und dadurch tiefere und vielfältigere Ausdrucksmöglichkeiten zu erforschen und gleichzeitig mit überraschenden Themen aufzuwarten.

Besonders beeindruckend ist, wie diese modernen Haikus persönliche und gesellschaftliche Themen aufgreifen, die von urbanen Lebenswelten über technologische Entwicklungen bis hin zu abstrakten Konzepten reichen. Durch den Verzicht auf traditionelle Naturthemen und die Einbeziehung zeitgenössischer Erfahrungen entsteht eine frische und lebendige Poesie, die den Leser tief berührt und zum Nachdenken anregt.

Die Sammlung „weiter und weiter“ beweist, dass die Essenz des Haikus – das Einfangen eines flüchtigen Moments – auch in modernen Kontexten kraftvoll zur Geltung kommen kann. Die Vielfalt der präsentierten Dreizeiler lädt dazu ein, über die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Poesie nachzudenken.

Insgesamt ist dieser Band ein faszinierendes und bereicherndes Leseerlebnis. Er zeigt eindrucksvoll, dass auch fest verankerte literarische Formen sich weiterentwickeln und neue, aufregende Wege finden können, um mit der Zeit zu gehen. „weiter und weiter“ ist ein Muss für jeden Literaturliebhaber, der offen für innovative und tiefgründige poetische Ausdrucksformen ist.




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Veröffentlicht am 4. Juni 2024

Rezension von Yvonne Mackenroth