„Die Welt muss sich gefälligst mir anpassen‟
Es gibt Sätze, die man eigentlich nur aus dem Mund eines Dreijährigen erwarten würde, mit klebriger Schokolade um den Mund und trotzig verschränkten Armen. „Ich muss mich nicht der Welt anpassen, sondern die Welt sich an mich.“ In der Wiege der Selbstermächtigung klingt das noch niedlich. Doch wehe, wenn der Trotzkopf erwachsen wird und ein Smartphone bekommt. Dann wird aus dem kindlichen Trotz eine Weltanschauung, aus der Lutschpastille ein Manifest.
Heute ist dieser Satz die heimliche Präambel sämtlicher westlicher Gesellschaftsverträge. Er steht unsichtbar in den AGBs der Zivilisation. Man kann ihn überall beobachten, auf der Straße, im Büro, in Talkshows, in der Politik. Es ist das Lebensmotto einer Spezies, die sich von der Evolution emanzipiert hat und nun glaubt, sie könne sich auch von der Realität scheiden lassen. Weiterlesen