Deutschland auf dem Weg zur moralischen Bauabnahme
Es ist eine eigentümliche deutsche Fantasie, dass der Staat irgendwann nicht mehr nur unsere Häuser verwaltet, sondern gleich auch das Innenleben möbliert. Bislang genügte es, ein Dach über dem Kopf zu wollen, über ausreichend Kapital oder zumindest über ausreichend Illusionen in Form eines Kredits zu verfügen und sich in die Hände eines Notars zu begeben, der das Ganze mit jener feierlichen Trockenheit besiegelt, die man sonst nur von Beerdigungen kennt. Doch nun, so raunt es durch die empörungsbereiten Echokammern, steht der eigentliche Skandal bevor: Nicht mehr der Kontostand entscheidet über den Erwerb von Eigentum, sondern die moralische TÜV-Plakette der eigenen Gesinnung. Weiterlesen