Die Zuschauer des Verbrechens
Das Publikum zwischen moralischer Erschöpfung und voyeuristischer Faszination
Der Kriminalroman beginnt traditionell mit einer Leiche, und endet mit einer Wahrheit. Doch zwischen diesen beiden Polen hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Dritter eingeschlichen: der Zuschauer. Er ist die stille Figur, die alles zusammenhält, und zugleich der wahre Gegenstand der modernen Kriminalliteratur. Denn ohne ihn gäbe es kein Verbrechen, das erzählt, kein Schuldgefühl, das erlebt, kein Recht, das wiederhergestellt werden müsste. Weiterlesen