Die zeitlose Gültigkeit des reaktionären Aphorismus
Im intellektuellen Halbschatten des 20. Jahrhunderts, abseits der akademischen Hauptströmungen und politischen Agenden, entfaltete sich das singuläre Werk des kolumbianischen Denkers Nicolás Gómez Dávila. Als ein in die Klausur seiner monumentalen Bibliothek zu Bogotá zurückgezogener Solitär, schuf er ein Œuvre, das sich beinahe ausschließlich aus jenen Aphorismen zusammensetzt, die er als „Scholien“ bezeichnete. Diese prägnanten Sentenzen formen ein Mosaik radikaler Modernitätskritik, das sich bewusst von den vorherrschenden Ideologien seiner Zeit absetzt. Gerade durch diese konsequente Distanzierung und die tiefe Verankerung seines Denkens in einer metaphysischen Tradition erlangt sein Werk eine zeitlose Gültigkeit, die es zu einer beständigen Provokation für die Reflexion über die „conditio humana‟ im Zeitalter der Moderne macht. Weiterlesen