Es ist still geworden in der Literatur der Gegenwart. Nicht, weil nichts mehr gesagt würde, im Gegenteil: Noch nie wurde so viel erzählt, bekannt, kommentiert, geteilt. Und doch durchzieht viele der bedeutenden Stimmen unserer Zeit ein merkwürdiges Verstummen. Hinter der Flut der Worte lauert das Gefühl einer inneren Abwesenheit, eines Ichs, das sich selbst nicht mehr erreicht.
Was einst ein Ausdruck der Moderne war, der Verlust der Mitte, das Schwanken des Subjekts, ist in der Gegenwart zu einer Lebensform geworden. Die Literatur reagiert darauf nicht mit Aufschrei, sondern mit fein kalibriertem Rückzug. Weiterlesen