Die NATO in der Systemkrise

Geopolitische Erosion und die Notwendigkeit strategischer Neuausrichtung

Eine Analyse zur Relevanz und Reformbedürftigkeit der transatlantischen Allianz.

Die Äußerung des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto, die NATO habe „keine Existenzberechtigung mehr“, erscheint auf den ersten Blick provokant, auf den zweiten ist sie ein Hinweis auf eine tiefer liegende systemische Krise. Gemeint ist damit nicht die vollständige Abschaffung der Allianz, sondern die dringliche Notwendigkeit, ihre Rolle, Ausrichtung und Legitimation unter den veränderten Bedingungen einer multipolaren Weltordnung grundlegend zu überdenken. Weiterlesen

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Transhumanismus aus der Sicht einer Künstlichen Intelligenz

Zwei Fragen, zwei Antworten

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Deutschlands versäumte Brückenrolle nach 1989

Zwischen sibirischem Geist und atlantischer Ordnung

I. Die geopolitische Stunde der Wahrheit

Mit dem Fall der Berliner Mauer eröffnete sich 1989 eine historische Konstellation von seltener Tragweite. Die ideologischen Bollwerke des Kalten Krieges bröckelten, Europa atmete auf, und Deutschland stand unvermittelt im Zentrum einer epochalen Entscheidung: Wohin gehört dieses Land, geografisch, geistig, politisch? Weiterlesen

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Domschlaf statt Rechtsstaat

Ein Sakraldrama in mehreren Akten

Man stelle sich vor: Da steht ein Staat mit prall gefülltem Gesetzbuch, mit Gerichten, mit Instanzen und Paragrafen, und dann kommt da plötzlich ein mittelalterliches Gebäude mit Glockenturm und sagt: „Nein.“ Nicht im Namen des Volkes, sondern im Namen einer höheren Instanz, die man zwar nie gesehen hat, aber mit Weihwasser anruft. Weiterlesen

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„Gott, Sprechstunde nur nach Vereinbarung“

Über die Verschlossenheit sakraler Räume im Berliner Umland

In einer Zeit, in der die Sehnsucht nach Stille, Kontemplation und spiritueller Einkehr wächst, erscheint es paradox, dass viele Kirchen im Berliner Umland ihre Türen für Besucher geschlossen halten. Etwas pointierter formuliert: „Gott muss draußen bleiben“. Diese Aussage gewinnt in diesem Kontext eine doppelte Bedeutung: Sie verweist nicht nur auf die physische Unzugänglichkeit sakraler Räume, sondern auch auf die symbolische Abwesenheit des Göttlichen im öffentlichen Leben. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für die eingeschränkte Zugänglichkeit von Kirchen, die Auswirkungen auf die Gesellschaft und mögliche Wege, um die Kirchen wieder zu offenen Orten der Begegnung zu machen. Weiterlesen

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Im Innern des Kosmos

Gedanken zur philosophischen Tragweite der Black-Hole-Universe-Theorie

„Das Erhabene ist nicht das Ferne, sondern das Unsichtbare im Nächsten.“ — Friedrich Hölderlin

Wenn die Theorie des Kosmologen Enrique Gaztañaga recht behält, leben wir nicht in einem neutralen, weiten Universum, das sich aus einem plötzlichen Urknall heraus entfaltet hat, sondern in einer kühnen Rekonstruktion: Unser Kosmos ist das Innere eines Schwarzen Lochs, entstanden aus dem Kollaps eines gigantischen Vorläuferuniversums. Diese Idee ist mehr als eine neue physikalische Hypothese. Sie ist eine Herausforderung an unser Selbstverständnis, eine Revision unseres metaphysischen Horizonts. Und sie verlangt nach einer philosophischen Einordnung. Weiterlesen

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Die Moralelite

Bemerkungen über das Shitbürgertum (Ulf Poschardt) als Spätphänomen unserer Zeit

Die Gleichheit im Anderssein

Alle wollen anders sein und sind damit, wie durch eine ironische Volte der Geschichte, gleich wie nie. Individualität ist zur Konvention geworden, Distinktion zum kollektiven Reflex. Inmitten dieser paradoxen Selbstinszenierung erscheint eine soziale Formation, die sich durch besonders fein austarierte Abweichung von der Masse definiert und dabei deren weichgezeichnetes Spiegelbild bleibt. Ulf Poschardt nennt sie das Shitbürgertum. Weiterlesen

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Spurlos auf hoher See

Wenn Menschen während Kreuzfahrten verschwinden

Ein Kreuzfahrtschiff gleitet durch das ruhige Blau des Ozeans. An Bord: Musik, Lachen, das Klirren von Gläsern. Doch unter dieser heiteren Oberfläche schlummert ein Phänomen, das so mysteriös wie beunruhigend ist: Menschen verschwinden auf hoher See. Spurlos. Ohne Zeugen. Ohne Erklärung.

Jahr für Jahr werden Hunderte solcher Fälle weltweit registriert. Einige werden aufgeklärt, viele bleiben für immer ein Rätsel. Wer sind diese Menschen, die nie wieder in ihre Kabinen zurückkehren? Was sind die Mechanismen, die ein Verschwinden möglich machen? Und was geschieht auf jenen schwimmenden Mini-Städten, wenn das Licht der Öffentlichkeit erlischt? Weiterlesen

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Nostradamus – Seher oder Warner?

Leben, Werk und Zeit

Michel de Nostredame, besser bekannt unter dem latinisierten Namen Nostradamus, wurde am 14. Dezember 1503 in Saint-Rémy-de-Provence im Süden Frankreichs geboren. Er entstammte einer jüdischen Familie, die zum Katholizismus konvertierte, was in einer Zeit zunehmender religiöser Spannungen in Europa keine Seltenheit war. Nostradamus lebte in einer Epoche des Umbruchs: Das 16. Jahrhundert war geprägt von der Reformation, den beginnenden Religionskriegen, der Renaissance mit ihrem Wiederaufleben antiken Wissens sowie der allmählichen Emanzipation der Wissenschaft von kirchlicher Autorität. Weiterlesen

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Täuschend echt – Bildethik im KI-Zeitalter

Gedanken über die Auflösung der visuellen Wirklichkeit und die Verantwortung im Umgang mit künstlich erzeugten Bildern.

I. Die neue Unsicherheit der Bilder

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt das fotografische Bild als zuverlässiges Dokument der Wirklichkeit. Auch wenn man wusste, dass Perspektive und Ausschnitt Einfluss nehmen, blieb das Grundvertrauen bestehen: „Was auf dem Bild zu sehen ist, ist auch geschehen‟. Mit dem Siegeszug digitaler Bildbearbeitung begann dieses Vertrauen zu erodieren. Doch erst mit der Verbreitung von KI-generierten Bildern ist eine neue Stufe der Verunsicherung erreicht. Nun gibt es Bilder, die keinen Bezug mehr zur Realität haben, sondern eine Realität imitieren, täuschend echt und algorithmisch erzeugt. Weiterlesen

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